retro

10
Mai
2005

Ein grauer Tag

Mal ein echter Klassiker - die erste Story, die ich so richtig online veröffentlicht habe. Enjoy. Brought To You By Retro.

Der Löwe hatte einen grauen Tag. Keinen schwarzen, keinen weißen, sondern einen grauen Tag. Wie er zu der Ehre gekommen war, wusste er nicht. Er wachte einfach auf an einem Morgen, der nicht mehr so richtig früh war, als dass man ihn Morgen nennen konnte und gleichzeitig auch nicht so spät, dass man ihn Mittag nennen konnte. Er war nicht hungrig und nicht satt, nicht müde und nicht wach. Wie gesagt, ein grauer Tag.

Darüber war der Löwe etwas perplex, denn bisher hatte sein Leben es ihm immer einfach gemacht: war er nicht müde, so war er wach. War er nicht hungrig, so war er satt. Doch heute war alles anders. Das Zwitschern der Vögel hörte sich gleichgültig an, die Blumen blühten nicht so recht und die Sonne schien auch nicht richtig. Wie gesagt, ein grauer Tag.

Und so machte sich der Löwe auf den Weg. Zum ersten Mal in seinem Leben betrachtete er seine Umgebung genauer, in der Hoffnung etwas zu finden, was nicht grau und gleichgültig und eintönig war. Die Ameisen marschierten wie immer im Parademarsch durch die Wälder, Nahrung einsammelnd für ihre Königin, der Specht nagelte mal wieder den Baum und nicht seine Freundin, und Adolf saß in einer Baumkrone und versuchte den südamerikanischen Glatzkopfadler zu imitieren. Wie gesagt, ein grauer Tag.

Der Löwe wanderte weiter, durch den Wald, über Adolf nachdenkend. Adolf war eines Tages im Mai vor vielen, vielen Jahren hier her gekommen in den Wald und hatte um Asyl gebeten. Da die Tiere sich nicht sicher waren, wie sie mit dieser Spezies umgehen sollten, gingen sie zum einzigen anderem Exemplar dieser Spezies, das alle nur "Dorfältester" nannten und baten ihn um Rat. Der Dorfälteste begann, dreckig zu grinsen und sagte, dass man Adolf Asyl gewähren solle, unter der Bedingung, dass er für den Rest seines Lebens einen südamerikanischen Glatzkopfadler imitieren würde. Als der Dorfälteste kurze Zeit später starb, dauerte es drei Wochen, bis das Grinsen aus seinem Gesicht verschwand, und erst dann wagten einige der etwas mutigeren Tiere es, ihn langsam und bedächtig zu vertilgen, wie es seit jeher Brauch war. Adolf dachte nicht daran, aufzuhören, und der Dachs, der einige Zeit in Wien verbracht hatte vor dem zweiten großen Beben, meinte dass er vielleicht das geworden ist, was die Menschen "verrückt" nannten. Die anderen Tiere blickten etwas ratlos in die Runde und der Dachs schob achselzuckend die Erklärung nach, dass das so etwas wie ein höheres Bewusstsein sein müsse und man Adolf mit Nahrung und Wasser versorgen solle. Einige Tiere hielten das für Unsinn, und so verdrehte der Dachs in seiner unendlichen Weisheit die Augen und schlug stattdessen vor, dass man Adolf Opfergaben bringen sollte. Die Tiere nickten alle begeistert, nur der Löwe nicht. Warum, wusste der Löwe auch nicht, aber er verspürte einfach nicht den Bedarf zu nicken. Wie gesagt, ein grauer Tag.

Mittlerweile stand die Sonne relativ hoch am Himmel, aber der Löwe fühlte sich mit einem Mal rastlos und wollte weiterlaufen. Hunger verspürte er wie gesagt nicht, müde war er auch nicht, aber satt und wach ebenfalls nicht. Also lief er weiter und kam zu einer Schlucht mit hohen, schroffen Felsabhängen auf jeder Seite und durchquerte sie. Auf der anderen Seite kam er an einen See und durchschwamm ihn. Danach begann er zu traben und rannte durch ein Weizenfeld. Die Ähren glitzerten golden in der Sonne, Schmetterlinge schwebten umher, und der Löwe trabte weiter, immer schneller werdend. Die letzten Wolken verschwanden, der Himmel wurde knallblau, und die Sonne schien stärker denn je zu scheinen, und der Löwe rannte weiter, ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, und er merkte, dass er wohl das geworden war, was die Menschen verrückt nannten. Sein Grinsen verstärkte sich noch und er rannte weiter durch das Feld.

Kontemplationen am Morgen

Hier ein älterer Text von mir, aus der Retro (Alter Mist Schamlos Recycled (tm) ) Reihe...

Hm - angefangen hat das irgendwie gestern Abend - mit Bier. Bier. Und Bier. Zwischendurch ein paar feste Schnäpse (Götterspeise und Wodka) und der verzweifelte Versuch... hä - scheisse. Jedenfalls ha - ach ja - der verzweifelte Versuch dieses Götterspeisenzeugs aus den Plastikschnapsbecherchen herauszudrücken mit der Zunge.

Und irgendwas unheimlich witziges wollte ich auch noch sagen. Herrjeh - ach ja - äh - schon wieder vergessen. Alkohol ist doof. Und, scheisse... warum hat das Gedächtnis keine Historyfunktion?

Jedenfalls nervt mich momentan ein Schulkamerad, also eigentlich ein ehemaliger - moment - im Chat - ach nee, schon wieder... der nervt wirklich pünktlich wenn ich den roten Faden beim Texteschreiben wieder gefunden habe... wirklich - irgendwer hat mal gesagt, das Internet ist erst dann komplett wenn man Leute via IP-Adresse was auf die Fresse geben kann oder so.

Jedenfalls - Trainspotting ist toll, ideal um nen Kater zu überbrücken, und die Sprüche sind auch lustig... besonders Carlyle beim Ausflippen zuzugucken ist genial. Also... "wondering who the fuck you are on a sunday morning" - das Poster mit diesem Spruch hatte ich mal einem Kumpel zu Weihnachten geschenkt, glaube ich. Oder er hat es von jemand bekommen, jedenfalls klebte das bei ihm im Zimmer und ich habe das immer angeguckt und mir den Text irgendwie fast auswendig gemerkt. Wäre was, um's an die Wand überm Bett zu malen. Zum Aufwachen. Choose Life und so. Diese scheissverdammten Kopfschmerzen... und dann fällt mir ein, was ich eigentlich schreiben wollte, und das wo ich eh schon einen Text habe. Toll ist das, wirklich.

Ungefähr so scheiße wie wenn man aufsteht, einen Kater hat und dann sich was nettes zum Frühstück machen will - Kaffee ist da, Milch ist da, Toast ist da, Marmelade ist da, Nutella ist da, alles ist da, sogar noch ein (!) Ei - Glück gehabt - und diese Spacke nervt im Chat - ARGH - und dann... ja was eigentlich - ach ja, das Ei - und man heizt schön die Pfanne vor, das Kaffeewasser ist aufgekocht, etwas abgekühlt, weil 100 Grad sind nicht gut, über den Kaffee gekippt, Toast im Toaster, man holt die Eierpackung aus dem Kühlschrank und in dem Augenblick, sprichwörtlich in dem Augenblick wo man das Ei berührt und mit Grausen feststellt, dass das Ei kaputt ist und festklebt - da ist der Morgen eigentlich schon fast gelaufen. Ausgelaufen ist dann auch das Ei, und zwar in die Packung, zwischen eine Restfeder und man sieht warum das Ei geklebt hat - Hühnerkacke. Verfickte Scheißhühnerkacke. Wenigstens ist der Kaffee gut.

Gut, dass ich die Stereoanlage nicht angemacht habe - grad seh ich dass da die "Fever"-CD drin ist. Und jetzt "more, more, more" zu hören, das wäre wirklich scheiße.

Ach was.
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dunkelblau

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that is not dead which can eternal lie/ and with strange eons even death may die

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ich kann mich nur dg90 anschließen :) FOTOS!
nexidus - 29. Jun, 14:25
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dg90 - 6. Jun, 13:08
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Zwille - 23. Apr, 22:50
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RunningCouchPotatoe - 21. Apr, 01:39
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Zwille - 10. Apr, 17:58
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Brainslayer - 9. Apr, 22:41
hier ist mein zeug: klick.
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jtr - 5. Nov, 05:15

life is...

Life is a giant radioactive sweaty rabid gorilla, with a 37 inch studded electrified cock which oozes searing acid. The sooner you get used to the fact that life is going to bend you over a pickle barrel and ass fuck you until your eyes rocket out of your ears, the sooner you can move on. It's like a game, but you don't win, you just get a lot of ass fucking, and well, fuck.

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Zuletzt aktualisiert: 29. Jun, 14:25

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